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Tja, jetzt werde ich 41 und sitze seit fast 14 Jahren auf der Arbeit vor dem Computer. Die Arbeitswelt hat sich in den letzten Jahren verändert, das Klima ist stressiger geworden, der Arbeitsbereich ausschliesslich auf Kernkompetenzen reduziert. Urlaub nimmt man am besten nur 2 Wochen am Stück, um immer für den Arbeitgeber verfügbar zu sein. Und das soll es dann bis zur Rente gewesen sein? Manchmal hatte ich den Eindruck unflexibel zu werden. Seit der Geburt von Elias arbeitete ich nur noch 18 Stunden in der Woche, verteilt auf 2 Tage. Die Freiheit wurde grösser, die Urlaube länger. Aber da war auch noch die Langeweile am Wohnort. Immer die gleichen Runden mit dem Fahrrad zum Einkaufen, zum Spielplatz, zum Badesee. Neue Industriegebiete wurden angelegt, Strassen verbreitert, ICE-Trassen gebaut und die Natur wurde weiter verdrängt. Ein Lagerfeuer im Garten - unmöglich. Party ja, aber bitte nur bis 22 Uhr. Es wurde sich mehr über das Wetter als über persönliches, Umwelt, Glauben oder Politik unterhalten - wenn überhaupt. Ein Haus wäre für mich in dieser Umgebung nicht in Frage gekommen. Doch das hat nun ein Ende. Ich habe gekündigt. Nun liegen ein paar Jahre Freiheit vor mir. Endlich solange wie man will an einem Ort verweilen. Richtungen ändern wenn sich interessante Alternativen ergeben. Kosten reduzieren, weil man keine Wohnung mehr hat und viel langsamer unterwegs ist. Sicher, ich habe auch Angst vor der Zukunft, aber ich kann nur sehen, ob mich ein solches Leben mehr fesselt, wenn ich auch losfahre. Den Wunsch hatte ich schon sehr lange. |